Macht der Gebrauch von Cannabidiol (CBD) süchtig?

Macht der Gebrauch von Cannabidiol (CBD) süchtig? Ist CBD-Öl ein Suchtstoff? CBD scheint nicht die Merkmale zu haben, die mit Sucht verbunden sind.

12.12.2019

Macht der Gebrauch von Cannabidiol (CBD) süchtig?

CBD ist der zweithäufigster Wirkstoff der Cannabis sativa Pflanze. Cannabis enthält neben vielen anderen Substanzen auch den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC). Der wichtigste Unterschied zwischen CBD und THC ist, dass THC bewußtseinsverändernde Eigenschaften hat. Es macht seine Konsumenten “high”. CBD dagegen gilt als nicht-psychoaktives Cannabinoid. Die Weltgesundheitsorganisation stellte fest, dass CBD beim Menschen keine Effekte aufweist, die auf ein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial hindeuten. Bis heute gäbe es keine Hinweise auf gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit der Verwendung von reinem CBD. Diese Feststellung führt zu einer interessanten Frage. CBD wird als Mittel zur Verringerung von Angstzuständen und anderen leichten stimmungsbedingten Störungen eingesetzt. Es hat also Auswirkungen auf das Gehirn. Bedeutet dies nicht auch, dass der Gebrauch von CBD süchtig machen kann?

Wie funktioniert CBD im Körper?

CBD kommuniziert vermutlich mit den Hauptrezeptoren des Nervensystems. Diese Rezeptoren funktionieren als eine Art Nachrichtenüberträger, die Informationen aus dem gesamten Körper in das Gehirn liefern. Von diesen Informationen oder Signalen ist das Gehirn abhängig. Es kann so sicherzustellen, dass der Körper täglich ordnungsgemäß funktioniert. Dies beinhaltet sowohl die Lösung von Problemen im Zusammenhang mit Schmerzen als auch die Speicherung neuer Informationen. Die Interaktion zwischen CBD und diesen besagten Rezeptoren kann die Signalwege möglicherweise verändern. CBD beeinflußt in erster Linie die 5HTIA-Rezeptoren. Diese reagieren empfindlich auf Serotonin. Dies ist ein Neurotransmitter, der unter anderem Stimmung, Sozialverhalten, Schlaf, Gedächtnis und Verdauung reguliert. Ähnlich wirkt CBD sich auf die TRPV1-Rezeptoren aus. Es blockiert Impulse im Körper, die typischerweise auf Schmerzen reagieren. CBD reagiert also auf oder mit den Rezeptoren im Gehirn. Es führt so dazu, dass Signale entschlüsselt, unterbrochen oder hergestellt werden. Macht der Gebrauch von CBD  demnach süchtig?

Suchtmittel machen süchtig

Sucht wird als eine physische und psychische Reaktion auf einen externen Auslöser beschrieben. Sie hat die Fähigkeit, die Struktur und Funktion des Gehirns zu verändern. Drei Zustände sind normalerweise mit Sucht verbunden. Suchtmittel, erlerntes Verhalten und anhaltende Exposition gegenüber bestimmten Substanzen.  Suchtmittel regen das Gehirn durch eine Substanz an, die ein Glücksgefühl hervorruft. Dieses Gefühl wird typischerweise mit einem Neurotransmitter namens Dopamin in Verbindung gebracht. Dopamin vermittelt dem Menschen ein gutes Gefühl. Es sorgt für eine langfristige Motivationssteigerung und Antriebsförderung. Das aufgebaute Dopamin befindet sich in einer Hirnregion, dem Nucleus accumbens. Es spielt vermutlich eine Rolle bei der Sucht. Es wird angenommen, dass Sucht von Faktoren wie der Höhe des Dopaminaufbaus, seiner Intensität und Geschwindigkeit abhängt. Diese Intensität des Aufbaus wird z.B. durch Rauchen oder die Einnahme von Pillen beschleunigt.

Erlerntes Verhalten macht süchtig

Macht der Gebrauch von Cannabidiol (CBD) süchtigDer zweite Faktor, der mit Sucht verbunden wird, sind erlernten Verhaltensweisen. Diese sind das Ergebnis des Zusammenwirkens zweier Neurotransmitter, Dopamin und Glutamat. Während Dopamin dafür bekannt ist, dieses gute Gefühl hervorzurufen, schafft sein Zusammentreffen mit Glutamat Verknüpfungen. Sagen wir zum Beispiel, dass eine Person sich extrem glücklich fühlt, Eiscreme zu essen. Dann verbindet der Körper das Essen von Eiscreme mit Glück, daher wird Dopamin freigesetzt. Dies passiert auch, wenn Verbraucher Wirkstoffe wie Opioid und Heroin einnehmen. Die Einnahme der Stoffe wird zu erlerntem Verhalten und hat somit einen großen Einfluss auf das Gehirn.

Eine anhaltende Exposition macht süchtig

Schließlich ist die anhaltende Exposition gegenüber bestimmten Substanzen ein weitere Faktor der Sucht. Durch die ständige Verfügbarkeit werden Nervenzellen im Kern und dem präfrontale Kortex von Substanzen abhängig, die eine bestimmte Empfindung aktivieren. Wenn es darum geht, high zu werden, verringert sich die Intensität des High, sobald sich der Körper an die Dosierung gewöhnt hat. Dies zwingt die Verbraucher, mehr zu konsumieren So lernt der Körper neue Verhaltensmuster und passt sich an immer höhere Dosierung an.

Der Gebrauch von Cannabidiol (CBD) macht nicht süchtig

Wie bereits oben erwähnt, hängt die Sucht von einer Reihe von Faktoren ab. Die wichtigsten sind die jeweilige Substanz, die gewählte Aktivität und die daraus resultierenden Gefühle. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren wissen wir, dass CBD keine bewusstseinsverändernden Effekte hervorruft. Es hat vielmehr eine therapeutische Wirkung. Das heißt, anstatt dass sich die Verbraucher glücklich oder high fühlen, werden Rezeptoren im Gehirn aktiviert, um eine Linderung der jeweiligen Beschwerden zu fördern. Eine Studie des University College of London ergab, dass der Einsatz von CBD eine Drogenabhängigkeit sogar beseitigen sowie das Auftreten eines Rückfalles verhindern kann. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nicht festgestellt wurde, dass CBD süchtig macht. Es löst also keine Sucht bei seinen Konsumenten aus. CBD hat keine psychoaktive Wirkung und bestärkt das Gehirn nicht, seine Anwesenheit mit einer Belohnung zu verbinden. Substanzen wie Heroin und Opioide  verändern die Gehirnfunktion, erhöhen das Verlangen, beeinträchtigen den Gedankengang und rufen Entzugserscheinungen hervor. Dasselbe kann nicht von CBD gesagt werden.