Cannabis verhindert den Alterungsprozess im Gehirn

Die Gedächtnisleistung nimmt mit zunehmendem Alter stetig ab. Cannabis ist in der Lage, verschiedene Prozesse des Alterns im Gehirn umzukehren. Wissenschaftler der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit israelischen Kollegen der Hebrew University belegen dieses eindrucksvoll mit Studien an Mäusen.

Studie an Mäusen erbrachte Fortschritte in der Forschung

Mit einer längeren, niedrig dosierten Behandlung von Cannabis Wirkstoffen waren die Wissenschaftler in der Lage, die Mäuse in den Zustand eines zwei Monate alten Tieres zurückzuversetzen. Daraus ergeben sich ganz neue Dimensionen für alle Demenzkranken. Die Ergebnisse der eindrucksvollen Studie an den Tieren sind in dem Fachjournal “Nature Medicine” nachzulesen.

Das menschliche Gehirn

Durch das zunehmende Altern verringert das Gehirn wie jedes alternde Organ seine Leistungsfähigkeit. Die älteren Menschen leiden unter Vergesslichkeit, haben Schwierigkeiten beim Erlernen von neuen Dingen und die Konzentrationsfähigkeit lässt merklich nach und fördert somit die Erkrankung einer Demenz. Die Möglichkeiten, diesen Prozess aufzuhalten oder gar umzukehren, war den Forschern ein großes Anliegen.

Der Durchbruch bei den Mäusen

Mäuse haben generell eine kurze Lebenszeit und Defizite ihrer kognitiven Fähigkeiten sind schon im Alter von zwölf Monaten nachzuweisen. Bei dieser Studie wurde den Tieren in einem vierwöchigen Zeitraum eine kleine Menge THC, ein aktiver Inhaltsstoff der Cannabispflanze, verabreicht. Erstaunlicherweise wurde bei Tests zum Lernvermögen und zu Gedächtnisleistungen der so behandelten Mäuse nachgewiesen, dass die Umkehr bestens funktioniert hat. Die kognitiven Fähigkeiten ähnelten haargenau denen der zwei Monate alten Kontrolltiere.

Die jahrelange akribische Forschung der Wissenschaftler

Die Wissenschaftler und Forscher untersuchten nicht nur das Gehirngewebe der Tiere, sondern auch die Genaktivität der Mäuse. Die überraschenden Befunde ergaben, dass die molekulare Signatur nicht mehr die von alten Tieren war, sondern sich umkehrte, sodass die Mäuse über eine Leistungsfähigkeit von zwei Monate alten Tieren verfügten. Die Verknüpfungen von Nervenzellen in dem Gehirn der Mäuse sowie das Lernvermögen nahmen erstaunlicherweise zu. Das verblüffende Ergebnis veranlasste die Forscher, diesen Prozess auch am Menschen auszutesten.

Klinische Studie am Menschen

Jetzt wollen die Wissenschaftler prüfen, ob diese Umkehr des Gehirns auch beim Menschen funktioniert. Die Produkte aus Cannabis werden bereits in der Schmerztherapie erfolgreich und problemlos als Medikament eingesetzt. Als nächsten Schritt wollen die Forscher den Versuch wagen, eine klinische Studie bei Menschen vorzunehmen. Hier soll herausgefunden werden, ob genauso wie bei den Mäusen die kognitive Leistungsfähigkeit wieder verbessert werden kann und der Prozess der Umkehr mit THC bei Demenzkranken funktioniert. Dies wäre ein großer Durchbruch, um allen Demenzkranken ein besseres Leben zu ermöglichen.

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