Thailand erlaubt bald Cannabisanbau

Thailändischen Staatsangehörigen wird es vielleicht bald erlaubt sein, ihr eigenes Cannabis anzubauen. Ein Gesetzesvorhaben würde es jedem Haushalt in Thailand erlauben, bis zu sechs Cannabispflanzen anzupflanzen.

Gesetzentwurf zum Cannabis-Anbau noch 2019

Die thailändische Bhumjaithai-Partei hat angekündigt,  noch 2019 einen Gesetzentwurf vorzulegen. Dieser soll es den Haushalten des Landes ermöglichen, bis zu sechs Cannabispflanzen anzupflanzen. Thailand hat eine lange Tradition in der Verwendung von Cannabis zu Wellnesszwecken. Es war das erste südostasiatische Land, das 2018 die Legalisierung von medizinischem Cannabis beschloss. Damals wurde ein Gesetz einstimmig zugunsten der Freigabe von medizinischem Cannabis verabschiedet. Ein Vertreter der Bhumjaithai Party schätzt, dass das neue Gesetz in den nächsten sechs Monaten zur Abstimmung kommen könnte.

Regierungsmonopol auf Cannabisproduktion aufgehoben

Ein solches Gesetz würde das derzeitige Monopol der thailändischen Regierung auf die Cannabisproduktion aufheben. Ärzte außerhalb der staatlichen Krankenhäuser könnten Patienten mit ihren eigenen Beständen behandeln. Mit der Gesetzgebung würde auch eine Regierungsbehörde namens Plant Based Drug Institute eingerichtet werden.  Diese wäre zum Kauf, zur Extraktion und zum Export von Cannabidiol (CBD) berechtigt. Sie  wäre außerdem für die Überwachung des Verkaufs von Cannabispflanzen zuständig. Dies wird als großer Fortschritt für Thailands sich entwickelnde medizinische Cannabisindustrie angesehen.

10.000 Flaschen Cannabisöl verteilt

Thailands Regierung scheint sich verpflichtet zu haben, ihre Produzenten und Anwender von medizinischem Cannabis zu unterstützen. Im August kündigte die Pharmazeutische Regierungsorganisation an, 10.000 Flaschen medizinisches Cannabisöl über ihr Gesundheitsministerium zu verteilen. Das Öl ist für Patienten mit Epilepsie, Alzheimer, Parkinson, chronischen Schmerzen und chemotherapeutischer Übelkeit bestimmt.

Erste Cannabis-Klinik in Thailand eröffnet

Im vergangenen Jahr öffnete die erste Cannabis-Klinik des Landes ihre Türen. Die Klinik liegt nordöstlich von Bangkok in der Stadt Prachinburi. Die dortige Behandlung ist für Patienten mit Parkinson und Epilepsie vorgesehen. Andere Erkrankungen können vom Krankenhauspersonal jedoch berücksichtigt werden. Zunächst war die Klinik auf die Cannabisversorgung durch staatliche Stellen angewiesen. Im August produzierte sie ihre erste Charge CBD-Öl mit niedrigem THC-Gehalt.

Cannabis-Medizin hat lange Tradition in Thailand

Thailand hat eine lange Geschichte im Gebrauch von Cannabis-Medizin. Es unterliegt jedoch weiterhin strengen Gesetzen. Sollte das Gesetz der Bhumjaithai Partei verabschiedet werden, würde es den rechtlichen Rahmen des Landes für den Gebrauch von Freizeitmarihuana drastisch verändern. Derzeit wird der Gebrauch von Freizeitmerihuana mit einer Strafe von bis zu 10 Jahren Haft und teuren Geldstrafen geahndet. Aber anders als viele andere Länder ist Thailand nicht bereit, die Entwicklung seiner medizinischen Industrie von ausländischen Investitionen vorantreiben zu lassen. In den kommenden fünf Jahren dürfen keine externen Unternehmen Cannabisöl in Thailand verkaufen.

Regulierung von medizinischem Cannabis bald auch in Malaysia?

Die Bhumjaithai-Partei ist Teil einer Koalition von 19 politischen Parteien. Die Koalition wird vom Premierminister des Landes, General Prayuth Chan-o-cha, geleitet. Ihr Parteichef Anutin Charnvirakul ist stellvertretender Premierminister und Gesundheitsminister. Er hat festgelegt, dass der Zugang zu Cannabis eines der zentralen Ziele der Regierungskoalition ist. Obwohl Thailand das erste Land in der Region war, das die Legalisierung von Cannabis in Betracht zog, ist es vielleicht nicht das letzte. In Malaysia, wo Drogendelikte noch 2018 mit der Todesstrafe geahndet wurden, soll die Regierung ebenfalls mit der Regulierung von medizinischem Cannabis befasst sein.