Epilepsie mit Cannabis erfolgreich behandeln

Seit der Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke hört man immer wieder, dass die Substanz zur Therapie von Betroffenen der Krankheit Epilepsie genutzt wird. Ein epileptischer Anfall ist wissenschaftlich gesehen nichts anderes als die punktuelle Entladung hoher elektrischer Aktivität im Gehirn, wodurch lähmende Anfälle verursacht werden. Dieses Phänomen wird durch die Einnahme von Cannabis-Medikamenten unterbunden, doch wie funktioniert das genau?

Was ist Epilepsie?

Bei Epilepsie handelt es sich um eine chronische Nervenkrankheit, die aufgrund von gestörter Nervenzellaktivität immer wieder Anfälle auslöst. Die Anfälle fallen äußerst unterschiedlich aus, manchmal verlaufen sie schnell und sind praktisch nicht nachweisbar, in manchen Fällen lösen Sie auch ein kräftiges Schütteln über einen langen Zeitraum aus. Oftmals ist die Erkrankung an Epilepsie genetisch bedingt, darüber hinaus kann sie eine Folgeerscheinung von Tumoren, Kopftraumata und Infektionen sein. In den USA leiden ca. drei Millionen Menschen an der Krankheit und sind auf krampflösende Medikamente angewiesen. Immer populärer wird die Linderung der Anfälle mithilfe von Cannabis. Im Folgenden haben wir fünf Eigenschaften von Cannabis zusammengetragen, die gegen Epilepsie wirksam sind und daher essentiell für eine erfolgreiche Therapie sind.

1. Die Funktion unseres Endocannabinoid-Systems

Das sogenannte ECS gehört zum menschlichen Nervensystem und beinhaltet die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Eine Studie der Virginia Commonwealth University Department of Neurology kam zu dem Ergebnis, dass der CB1-Rezeptor unseres Gehirns im Falle einer Aktivierung durch Cannabis die Anzahl der epileptischen Anfälle stark reduziert.

2. Cannabidiol (CBD) wirkt als Antiepileptikum

Cannabidiol ist eine in Cannabis enthaltene chemische Verbindung, die im Gegensatz zu THC kaum psychoaktiv ist und für ihre entkrampfende und angstlösende Wirkung bekannt ist. Bereits 1979 fand man in einem Experiment mit Ratten heraus, dass CBD antikonvulsiv wirkt, sprich zur Reduzierung von Anfällen beiträgt. Eine im Jahr 2013 veröffentlichte Studie konnte feststellen, dass 84% der Kinder, die unter Epilepsie leiden, nach der Behandlung mit CBD-angereichertem Cannabis einen Rückgang der epileptischen Anfälle erlebten.

3. THC kann die Wirkung von Anti-Seizure-Medikamenten steigern

Neben dem CBD gibt es einen zweiten wichtigen Wirkstoff in der Cannabispflanze, das Tetrahydrocannabinol, kurz THC genannt. Obwohl sich klinische Studien bei der Bekämpfung von Epilepsie meist auf die Prüfung der Wirksamkeit von CBD konzentrieren, hat sich herausgestellt, dass THC im Zuge der Behandlung mit anderen Antiepileptika förderlich sein kann. Das psychoaktive Tetrahydrocannabinol steigert in einigen Fällen die Wirkung von Anti-Seizure-Medikamenten und reduziert deren Nebenwirkungen.

4. Cannabis wirkt auch bei arzneimittelresistenten Epilepsieformen

Bei rund jedem vierten Epilepsie-Patienten schlägt eine Behandlung mit herkömmlichen Antikonvulsiva aus verschiedenen Gründen fehl. Die Cannabissorte Charlotte’s Web weist einen hohen CBD-Gehalt auf und verspricht einen Rückgang der Anfallsaktivität bei Kindern, die an medikamentenresistenten Epilepsieformen leiden.

5. Orale Cannabisextrakte (OCE) sind eine wirksame Behandlungsoption

Beim Herstellen von Cannabisextrakten werden bestimmte Inhaltsstoffe extrahiert, heraus kommt ein Cannabiskonzentrat in Form von dünn- oder dickflüssigem Öl. Viele klinische Studien dokumentieren eine Besserung der Aufmerksamkeit und des Verhaltens epilepsiekranker Kinder nach der oralen Einnahme von Cannabisextrakten. In über 50 Prozent der Fälle konnte darüber hinaus eine deutliche Verbesserung der Anfallskontrolle festgestellt werden.

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