Könnte Cannabis herkömmliche Medikamente der Geburtsmedizin ersetzen?

Jeder freut sich über das Wunder der Geburt. Manchmal jedoch verursacht es Schmerzen, einen Menschen auf die Welt zu bringen. Ärzte in Krankenhäusern geben werdenden Müttern häufig Medikamente für eine erfolgreiche Geburt mit weniger Schmerzen. Aber diese Medikamente beinhalten des öfteren Risiken für Mutter und Kind. Medizinisches Marihuana funktioniert nachweislich gut bei vielen Beschwerden. Ärzte und werdende Mütter fragen sich also momentan, ob Cannabis traditionelle Medikamente zur Erleichterung der Geburt ersetzen kann?

Oxytocin zur Erleichterung der Geburt

Einige werdende Mütter bevorzugen es, das Wunder des Lebens ohne die Hilfe von sedierenden Medikamenten zu erleben. Viele Frauen jedoch, möchten Schmerzlinderung oder Hilfe. Ärzte stellen ihnen dann häufig Medikamente zur Verfügung. Oxytocin ist so ein seit langem etabliertes Medikament, das während der Wehen verabreicht wird. Es ist die synthetische Form von Oxytocin, einem Hormon, das das Gefühl der Bindung fördert. Außerdem verursacht es Gebärmutterkontraktionen und wird zur Einleitung der Geburt gegeben. Aber Oxytocin hat auch einige Nachteile. Die Patientinnen können evtl. zu stark auf das Medikament reagieren und stärkere Kontraktionen bekommen, als sie dem Baby zuträglich sind.. Diese Kontraktionen können so stark sein, dass sie dem Baby schaden und seine Sauerstoffzufuhr einschränken. Außerdem kann das Medikament so starke Wehen verursachen, dass es zu einer Uterusruptur führen kann.

Die Epiduralanästhesie zur Erleichterung der Geburt

Eine Epiduralanästhesie ist eine Narkosespritze, die in das Rückenmark gesetzt wird. In den unteren Rücken eingeführt, betäubt es die Nerven, die Schmerzen weiterleiten, ohne die Muskeltätigkeit zu beeinflussen. Diese Art der Schmerzlinderung kann jedoch auch Nebenwirkungen haben. Sie kann Kopfschmerzen, Infektionen oder Schäden am Rückenmark verursachen.

Opiate zur Erleichterung der Geburt

Auch Opiate gehören zu den Medikamenten, die werdenden Mütter unter der Geburt gegeben werden. Diese Drogen wie Morphium, Fentanyl oder Demerol haben oft starke Nebenwirkungen für Mutter und Kind. Da Opiate die Plazentaschranke während der Geburt passieren, können diese Medikamente das zentrale Nervensystem des Babys direkt schädigen und zudem respiratorische oder neurologische Probleme verursachen. Mütter können Übelkeit, Juckreiz oder Schwindel erleiden.

Cannabisgebrauch während der Schwangerschaft

Könnte Cannabis, bei all den beschriebenen Problemen, die traditionelle Medikamente zur Erleichterung der Geburt verursachen, eine Alternative sein? Menschen mit einer Vielzahl von Schmerzen und körperlichen Einschränkungen bevorzugen Cannabis zur Schmerzlinderung. Aber die Forschung ist noch nicht so weit, dass alle Auswirkungen von Cannabis während der Schwangerschaft und der Geburt geklärt sind. Einige Mediziner verweisen darauf, dass CBD-Öl während der Schwangerschaft zur Linderung von Schmerzen hilfreich sein kann. Diesem Öl fehlt THC,  das  einigen Studien zufolge das Gehirn des Babys schädigen kann. Viele Frauen sagen jedoch, dass THC positive Auswirkungen auf die starke Übelkeit (Hyperemesis gravidarum ) habe. Diese seltene und intensive Morgenübelkeit führt zu Gewichtsverlust und Dehydrierung. Ohne Cannabis leiden viele dieser Frauen unter ihrer Schwangerschaft. Da die Vor- und Nachteile des Cannabiskonsum während der Schwangerschaft jedoch  noch nicht endgültig geklärt sind, gibt es hierzu noch intensiven Forschungsbedarf. 

Eine neues Medikament zur Erleichterung der Geburt?

Gibt es Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Cannabis traditionelle Medikamente zur Erleichterung der Geburt, wie z.B. Opiate, ersetzen kann? Es scheint, dass die Ergebnisse nicht so positiv sind, wie man gehofft hatte. Das National Institute of Health untersuchte 313 schwangere Frauen, die alle selbst gemeldete Cannabiskonsumentinnen waren. Diese Frauen wählten für die Geburt ihrer Kinder Geburtshäuser statt Krankenhäuser. Sie benutzten Cannabis auch während der Wehen. Von diesen 313 Frauen hatten 43% keine Wehen. In der Gruppe, die das Medikament nicht nahm, hatten 35% der Frauen Probleme mit der Wehen. Diese Studie verdient trotzdem Aufmerksamkeit. In diesem Pool schwangerer Frauen befanden sich auch Tabak- und Alkoholkonsumenten. Wenn man diese mit einrechnet, könnten die Frauen auch Nebenwirkungen anderer Drogen während der Wehen erlebt haben. Die Schwierigkeiten während der Wehen könnten also auch nicht direkt mit ihrem Cannabis Konsum zusammenhängen.

Keine endgültigen wisssenschaftlichen Aussagen

Es gibt noch keine endgültigen wissenschaftlichen Aussagen darüber, ob Marihuana während der Schwangerschaft nützlich sein könnte und wie eventuelle Nebenwirkungen beherrscht werden könnten. Auch muss weiter erforscht werden, wie sich Cannabis-Medikamente auf das ungeborene Kind auswirken können.

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