Cannabinoid Tetrahydrocannabivarin oder THCV kann beim Abnehmen helfen

Was THCV von den anderen Cannabinoiden unterscheidet, ist die Fähigkeit, den Appetit zu zügeln. Mehr als 113 Cannabinoide wurden in der Cannabispflanze entdeckt, darunter Tetrahydrocannabivarin oder THCV. THCV ist ein  naher molekularer Verwandter des euphorisierenden Tetrahydrocannabinols (THC). Unter den zahlreichen Cannabinoiden hat es besondere Eigenschaften.

THCV zur Unterdrückung des Appetits

Raphael Mechoulam, der israelische Forscher, der THC 1964 entdeckte, ist davon überzeut , dass die meisten Cannabinoide in Cannabis noch nicht vollständig auf ihre pharmakologische Wirksamkeit hin untersucht sind. Tetrahydrocannabivarin ist ein starker Gegenspieler von Anandamid, einem wichtigen körpereigenen Cannabinoid. Viele der nicht psychoaktiven Bestandteile der Cannabispflanze könnten von medizinischem Interesse sein. Der wahrscheinlich ausgeprägteste – und eindeutig vermarktungsfähigste – Aspekt von THCV ist seine Fähigkeit, den Appetit zu unterdrücken. Diese Eigenschaft des Moleküls ist das Gegenteil einer Wirkung von THC, die den Appetit steigert und so “Fressattacken” hervorruft. Daher sollte das Cannabinoid THCV  von Menschen mit Anorexie (Magersucht) vermieden werden.

THCV hilfreich bei diversen Erkrankungen

Die medizinische Fachwelt ist sehr interessiert an den appetithemmenden Eigenschaften von Molekülen wie THCV. Die Wirksamkeit von natürlichen und nicht süchtig machenden Produkten, denen die Nebenwirkungen traditioneller pharmazeutischer Behandlungsmethoden fehlen, ist für Verbraucher, die an Krankheiten wie Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes leiden, von großem Nutzen. THCV reguliert den Blutzuckerspiegel und reduziert die Insulinresistenz. Es wird angenommen, dass es außerdem bei Osteoporose und anderen knochenbedingten Erkrankungen helfen kann. Es soll zudem bei der Alzheimer-Krankheit positive Effekte aufweisen. Außerdem soll es eine Linderung der Symptome und eine Verzögerung der mit der Parkinson-Krankheit verbundenen neurodegenerativen Entwicklung bewirken. THCV kann auch Panikattacken bei PTBS-Patienten verhindern und lindern.

THCV hat neuroprotektive und blutzuckersenkende Eigenschaften

Der THCV-Gehalt ist in Cannabispflanzen der Art Sativa besonders hoch. Die Forschungen zur medizinischen Wirksamkeit von Cannabinoiden wie THCV nehmen stetig zu, obwohl THC in vielen Staaten der Welt noch als illegale Substanz gilt. Eine Reihe von Studien hat die neuroprotektiven und blutzuckersenkenden Eigenschaften von THCV gezeigt und seine Wirksamkeit für ältere Patienten mit Krankheiten wie der Alzheimer-Krankheit deutlich gemacht. Eine im British Journal of Pharmacology veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2011 kam zu dem Schluss, dass eine Therapie mit THCV vorteilhaft für Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen, wie z.B. der Parkinson-Krankheit sein kann.  Die Forscher der Studie stellten fest, dass THCV wegen seiner antioxidativen Eigenschaften und seiner Fähigkeit, CB2 zu aktivieren, aber CB1-Rezeptoren zu blockieren, ein vielversprechendes pharmakologisches Profil aufzeigt, um das Fortschreiten und die Symptome der Parkinson-Krankheit zu verzögern, bzw. zu lindern.

Das Endocannabinoidsystem als Schlüsselrolle

Ein Übersichtsartikel, der 2012 in der Zeitschrift “Frontiers in Endocrinology” veröffentlicht wurde, zeigte auf, dass das menschliche Endocannabinoidsystem nicht nur im Gehirn, im zentralen Nervensystem und im Immunsystem, sondern auch im gesamten Skelettsystem vorhanden ist. Dieses Endocannabinoidsystem enthält CB1- und CB2-Rezeptoren, die sich mit THC und THCV verbinden. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung einer Vielzahl von physiologischen Vorgängen wie z.B. Appetitkontrolle, Energiebilanz, Schmerzwahrnehmung und Immunabwehr. Jüngste Studien deuten außerdem darauf hin, dass es bei der Regulation der Knochenzellaktivität und dem Knochenumbau eine Rolle spielt.