Cannabidiol oder CBD gegen Epilepsie bei Hunden

Neuere Studienergebnisse zur Behandlung von Epilepsie bei Hunden sind ermutigend. Cannabidiol bzw. CBD senkt offenbar die Anfallshäufigkeit.

CBD zur Verringerung der Anzahl von Krampfanfällen bei Hunden

Vielversprechend und spannend. Mit diesen Worten beschreibt Dr. Stephanie McGrath die Ergebnisse einer Pilotstudie zur Einschätzung des Einsatzes von Cannabidiol oder CBD bei Hunden mit Epilepsie. McGrath arbeitet als Neurologin am James L. Voss Tiermedizinischen Lehrkrankenhaus der Colorado State University. Sie führte eine kleine Studie mit 16 Haustieren durch. Die Wissenschaftlerin wollte die kurzfristige Wirkung von CBD auf die Anfallshäufigkeit untersuchen.  McGrath fand heraus, dass 89 Prozent der Hunde, die CBD in der klinischen Studie erhielten, weniger Anfälle hatten. Neun Hunde wurden mit CBD behandelt. In einer Kontrollgruppe erhielten sieben Hunde ein Placebo. Die Versuche fanden in den Jahren 2016 und 2017 statt. Die Ergebnisse wurden in der Ausgabe vom 1. Juni des Journal of the American Veterinary Medical Association veröffentlicht.

CBD-Öl in Versuchen mit Hunden

Die idiopathische Epilepsie, die ohne bekannte oder erkennbare Ursache auftritt, betrifft bis zu 5,7%  der  Haustiere weltweit. Sie ist damit die häufigste neurologische Erkrankung bei Hunden. Die in die klinische Studie aufgenommenen Hunde wurden nach dem Zufallsprinzip in eine Behandlungs- und eine Placebogruppe eingeordnet. Die Hunde in der Behandlungsgruppe erhielten 12 Wochen lang CBD-Öl. Alle Hunden erhielten die notwendigen Medikamente zur Behandlung von Krampfanfällen, einschließlich Phenobarbital und Kaliumbromid. Die Hundehalter und das medizinische Personal der Universität wussten bis zum Abschluss der Studie nicht, ob das Tier CBD oder ein Placebo bekam.

CBD-Produkt für Forschungszwecke enthält weniger als 0,3 Prozent THC

Das in der Studie verwendete CBD-Produkt stammt von einer Cannabispflanze, die 0,3 Prozent oder weniger Tetrahydrocannabinol (THC) enthält. THC ist die psychoaktive Komponente von Cannabis, die “high” macht. Das CBD-Produkt gilt nicht als Marihuana. Es kann auf der Grundlage des “Farm Bills” der Vereinigten Staaten aus dem Jahr 2014 für Forschungszwecke verwendet werden. Die Anfälle in der Gruppe der Hunde, die CBD-Öl erhielten wurden deutlich verringert. Außerdem stellte McGrath einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Grad der Anfallsverringerung und der Höhe der CBD-Konzentration im Blut der Hunde fest.

CBD-Öl als Alternative zu antikonvulsiven Medikamenten

Dieser Befund veranlasste die Neurologin, die Dosis von CBD-Öl für Hunde in einer aktuellen klinischen Studie anzupassen. Diese Studie wurde im Januar 2018 gestartet und zielt darauf ab, 60 im Privatbesitz befindliche Hunde mit Epilepsie zu registrieren. McGrath bezeichnete die laufende Forschung als spannend und wichtig. Man könne vielleicht in Zukunft damit beginnen, CBD als Alternative zu bestehenden antikonvulsiven (gegen Krämpfe wirksame) Medikamenten einzusetzen.

CBD-Öl von der Firma, die die Studie finanzierte

Die veröffentlichte Studie wurde von der Applied Basic Science Corporation finanziert. Das Unternehmen stellt das in der Studie evaluierte CBD-infundierte Öl her. McGrath hält 5% der Anteile an dem Unternehmen. Die neue klinische Studie wird von der AKC Canine Health Foundation finanziert. McGrath hofft, noch in diesem Jahr eine weitere Studie starten zu können. In ihr soll die optimale Dosis von CBD zur Behandlung von Epilepsie bei Hunden  ermittelt werden.