Restless Legs Syndrom – Linderung durch medizinisches Cannabis?

Bei der Krankheit Restless-Legs-Syndrom (RLS), die auch unter dem Namen Willis-Ekbom-Krankheit bekannt ist, handelt es sich um eine sensorische und motorische Störung im Beinbereich. Sie löst ein “Pins-and-Needles-Gefühl” sowie einen unwiderstehlichen Bewegungsdrang aus, welcher in den Abendstunden besonders stark ist und viele Patienten am Einschlafen hindert. Die Kombination aus Schmerzen und Schlafstörungen schränken die Lebensqualität der Betroffenen oft erheblich ein. Während Patienten in erster Linie viel Bewegung, Lebensstiländerungen, Eisenpräparate und Anti-Seizure-Medikamente ( Mittel gegen Anfälle ) verordnet werden, stellt medizinisches Cannabis eine wirksame Alternative zur Schmerzlinderung bei RLS dar.

 

Besserer Schlaf durch THC und CBD

Charakteristisch für die Krankheit ist, dass sich die Symptome in längeren Ruhephasen, beispielsweise beim Sitzen oder Liegen, verstärken. Dadurch kommt es nicht selten zu Schlafstörungen und infolge dessen zu Schlafmangel, welcher den Alltag der Patienten stark einschränkt. Oft helfen Schlafmittel nicht gegen diese indirekte Folge von RLS, in manchen Fällen verschlimmern sie sogar die Symptome. Medizinisches Marihuana hilft bei Beschwerden, die mehrmals pro Woche auftreten, indem es die Einschlafzeit verkürzt und die Schlafqualität verbessert. So verlängert THC, einer der Hauptwirkstoffe in Cannabis, die Dauer der Tiefschlafphasen, was für mehr Entspannung beim Patienten sorgt. Die Einnahme von CBD-Öl hilft den Betroffenen zusätzlich, da das spezielle Präparat Schmerzen und belastende Gedanken, die von der Krankheit hervorgerufen werden, reduziert.

 

Entspannung der Muskeln

Viele Bewegungsstörungen finden ihre Ursache im Absterben von Nervenzellen in den Basalganglien, welche den Botenstoff Dopamin und Noradrenalin produzieren. Während Dopamin für die Regulierung der Bewegung verantwortlich ist, steuert das Noradrenalin Blutdruck und Herzfrequenz. Wenn der Spiegel dieser Neurotransmitter im Körper zu niedrig ist, kommt es zu Müdigkeit und Bewegungseinschränkungen. Der Konsum von Cannabis signalisiert dem Körper, dass das Normalniveau an Neurotransmittern wiederhergestellt wurde. Auf diese Weise werden die motorischen Symptome von RLS wie Zittern und schmerzhafte Empfindungen reduziert. Die Inhalation von Cannabis per Joint oder Vaporizer ist in diesem Fall besonders effektiv, da die Variante innerhalb von Minuten wirkt und den Einschlafprozess unmittelbar erleichtert. Eine unbedenkliche Art der Medikation bietet auch hier das kaum psychoaktive CBD-Öl. Die Schmerzlinderung ist also nicht an das typische “High-Gefühl” gekoppelt, da durch die Einnahme von Marihuana-Präparaten auf die psychoaktive Wirkung von THC verzichtet werden kann.