Parkinsonbehandlung durch Cannabis

 

Aufgrund ihrer medizinischen Wirkung ist die Behandlung von Krankheiten mit der Heilpflanze Cannabis immer öfter ein Thema unter Experten. Neue Studien haben nun herausgefunden, dass die häufige Nervenkrankheit Parkinson, von der in Deutschland über 220.000 Fälle dokumentiert sind, mit Cannabis vielversprechend und verträglich therapiert werden kann.

Um die Wirkung von Cannabis bei einer Parkinsonerkrankung zu charakterisieren, ist es wichtig, Ursachen und Syptome der Krankheit zu kennen. Die Bewegungsstörung Parkinson wird durch einen zu niedrigen Dopaminspiegel im Gehirn ausgelöst. Infolge dessen treten Symptome wie Zittern, Steifheit, langsame Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen auf, die die Gesundheit und Alltagstauglichkeit der Betroffenen stark einschränken. In diesem Artikel haben wir fünf wichtige Vorteile von Cannabis bei der Behandlung von Parkinson zusammengetragen.

 

1. Cannabis fördert die Motorik

Viele Studien berichten über einen deutlichen Rückgang des Zitterns, der Steifheit des Körpers sowie den langsamen Bewegungen bei Parkinson-Patienten nach der Einnahme von medizinischem Cannabis. Jeder zweite Betroffene, der Cannabis zur Selbstmedikation verwendet, konnte eine verbesserte Motorik verzeichnen, so das Prager Zentrum für Bewegungsstörungen.

 

2. THC ist neuroprotektiv

Die schwächenden Symptome von Parkinson finden ihre Ursache meist in einer mitochondrialen Dysfunktion sowie der Neurodegeneration. Tetrahydrocannabinol (THC), einer der Hauptwirkstoffe von Marihuana, ist in der Lage, die Symptome der Krankheit zu lindern, indem es die neuronale Struktur schützt.

 

3. CBD schützt die neuronalen Zellen

Neben THC ist Cannabidiol, kurz CBD genannt, eine medizinisch nützliche Substanz, die in Cannabis enthalten ist und neuroprotektiv wirkt. Eine Studie von Toxicology in Vitro konnte einen Zusammenhang zwischen der Wirkung von CBD und dem Verlust neuronaler Zellen herstellen. Konkret blockiert CBD das Neurotoxin MPP+, welches für dauerhafte Symptome von Parkinson verantwortlich ist, und bewahrt somit viele Gehirnzellen vor dem Absterben.

 

4. Unser Endocannabinoid-System kann Dyskinesien kontrollieren

L-DOPA ist ein beliebtes Medikament gegen Parkinson, welches den Dopaminspiegel im Gehirn erhöht. Problematisch sind jedoch die Langzeitwirkungen des Medikaments, oft kommt es zu motorischen Störungen, weil die Dopaminaufnahme nicht mehr wie gewünscht funktioniert. Es treten anormale, unwillkürliche Bewegungen auf, die im konventionellen Rahmen schwierig zu behandeln sind. Eine im Movement Disorders veröffentlichte Studie stellte fest, dass eine Aktivierung der Cannabinoid-Rezeptoren im Endocannabinoid-System (ECS) diese Komplikationen lindern kann.

 

5. CBD wirkt als Antipsychotikum

Viele Parkinson-Patienten leiden an psychotischen Symptomen wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Da Cannabis als bekannte und bewährte Behandlungsmethode gegen psychische Störungen wie Schizophrenie gilt, kann es auch hier angewandt werden. Eine Studie aus dem Journal of Psychopharmacology zeigte, dass CBD innerhalb von vier Wochen jegliche psychotische Symptome auf ein Minimum reduzieren kann.