Marihuana für eine befriedigende Partnerbeziehung?

Cannabis, bzw. Cannabidiol (CBD) und auch Tetrahydrocannabinol (THC) haben laut diverser Untersuchungen viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Aber was wissen wir über den Gebrauch von Marihuana in Beziehungen?

Cannabis führt zu positiven Partnererfahrungen

Während die Legalisierung von Cannabis in den USA voranschreitet, haben Sozialwissenschaftler begonnen, die unmittelbaren Auswirkungen des persönlichen Cannabiskonsums gründlicher zu untersuchen. Nach einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Cannabis veröffentlicht wurde, kann der Gebrauch von Cannabis unter bestimmten Umständen zu positiven Erfahrungen für Paare führen. Um besser zu verstehen, ob Marihuana – entweder zusammen mit einem Partner oder unabhängig voneinander verwendet – kurzfristig zu mehr Intimität führt, haben die Autoren der Studie 183 verheiratete oder zusammenlebende Paare befragt.  Die Partner, die regelmäßig Cannabis konsumierten, sollten ihre Konsumgewohnheiten für 30 Tage beobachten. Hierzu reichten die Teilnehmer jedes Mal einen Bericht über ihr Smartphone ein, wenn sie mit dem Cannabiskonsum begannen und damit fertig waren.

Cannabisgebrauch erhöht die Wahrscheinlichkeit für Intimität

Die Untersuchung ergab, dass gleichzeitiger Marihuanagebrauch der Partner die Wahrscheinlichkeit für ein Intim-Erlebnis für Männer und Frauen erhöht. Darüber hinaus legten die Teilnehmer jeden Morgen einen Bericht darüber vor, ob sie am Vortag und wenn ja, zu welcher Zeit eine Interaktion oder ein bedeutsames Gespräch bezüglich Liebe oder Intimität mit dem Partner hatten. Dieses erlaubte den Forschern, festzustellen, inwieweit es einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Marihuana und der Intimität der Teilnehmer gab. Hierbei ist es wichtig anzumerken, dass die Autoren der Studie “Intimität” nicht mit “Sex” gleichgesetzten. In ihrer Analyse stellten die Autoren der Studie fest, dass der gemeinsame Gebrauch von Cannabis die Wahrscheinlichkeit einer Intimität innerhalb von zwei Stunden nach dem Konsum erhöht. Darüber hinaus fanden sie heraus, dass diese positiven Erfahrungen auch dann wahrscheinlicher sind, wenn nur eine Person Cannabis konsumiert hatte.

Cannabiskonsum in Anwesenheit des Partners positiv

Um ein besseres Verständnis für die Unterschiede zwischen den Auswirkungen der gleichzeitigen Nutzung und der unabhängigen Nutzung zu erhalten, führten die Forscher eine zweite Analyse durch. Hierbei verwendeten sie  Informationen darüber, ob ein Partner zum Zeitpunkt der Marihuana-Nutzung anwesend war oder nicht. Es zeigte sich, dass sich der Gebrauch von Marihuana in Anwesenheit des Partners positiv auf die Intimitäten auswirkte. Jedoch hatte der Gebrauch von Cannabis von nur einem Partner, wenn der andere nicht anwesend war, keinen positiven oder negativen Einfluss auf die Intimität der Partner.

Cannabis als Stressbelastung in der Partnerschaft?

Frühere Forschungen haben gezeigt, dass Drogenkonsum eine beträchtliche Stressbelastung für ein Paar darstellen kann. Dies ist besonders dann der Fall, wenn nur eine Person konsumiert. Die aktuelle Studie fand jedoch keine  Beweise für diese These. Die Autoren räumen jedoch ein, dass die Paare in ihrer Studie möglicherweise nicht durch den Solo-Marihuanagebrauch ihres Partners gestört wurden, da sie selbst regelmäßig konsumierten. Es ist natürlich möglich, dass Menschen in einer Beziehung mit problematischen Nutzern nicht die gleichen positiven Erfahrungen machen. Wie die Autoren der Studie betonen, beleuchtet ihre Forschung mit Hilfe der täglichen Berichterstattung nur die kurzfristigen Auswirkungen des Marihuanakonsums. Weitere Studien sind erforderlich.

Marihuanakonsum verbessert Sex

Was wir im Moment wissen, ist, dass der Marihuanakonsum den Sex zu verbessern scheint – zumindest für Frauen. Eine separate aktuelle Studie ergab, dass Cannabis die sexuellen Erfahrungen von Frauen auf verschiedene Weise positiv beeinflusst, unter anderem durch eine Zunahme der befriedigenden Orgasmen.