Kanadas Parlament entscheidet sich für Legalisierung von Cannabis

Der Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, Vorsitzender der Liberalen Partei Kanadas, hat sein Versprechen aus dem Wahlkampf 2015 einhalten können; der Besitz und Konsum von Cannabis wird legalisiert. Dies beendet ein Kapitel von 90 Jahren, in dem Besitz und Konsum von Cannabis in Kanada illegal war.Die komplette Aufhebung des Verbotes wird jedoch noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Die Bürger von Kanada müssen noch circa acht bis zwölf Wochen warten, bis sie Cannabis legal konsumieren dürfen. Ursprünglich war der Starttermin auf den 1. Juli angesetzt, aber das Gesetz hat auf seinem Weg bis zur Durchsetzung zwischen den politischen Institutionen Kanadas länger gebraucht als gedacht.
Trotzdem dürfte diese Entscheidung ein riesiger Schritt für die internationale Legalisierungsbewegung sein.
Denn Kanada ist die erste führende Industrienation, die Cannabis legalisiert hat. Schon Uruguay hatte dies 2014 als erster Staat überhaupt getan. Auch andere Länder wie die Niederlande oder Tschechien haben Ihre Gesetze zu Gunsten von Cannabis geändert. Dort herrscht bisher zwar keine komplette Legalisierung, aber zumindest eine Duldung. Diese erlaubt es Konsumenten, ohne Strafverfolgung bis zu einem gewissen Maß Marihuana oder Haschisch zu besitzen und zu konsumieren.
Die zukünftigen Regelungen in Kanada sollen volljährigen Bürgern das Mitführen von 30 Gramm Cannabis und den Besitz von 4 Cannabis-Pflanzen erlauben. Dabei wurde über das Alter, ab dem Cannabis legal konsumiert werden darf, lange diskutiert. Gegen eine Altersgrenze von 21 Jahren sprach, dass diese junge Konsumenten an den illegalen Markt heranführen könnte. Daher liegt die Grenze nun bei 18 Jahren.Ziel soll laut Trudeau sein, dass der kriminelle Handel mit der Substanz ausgetrocknet wird.

In Deutschland sieht es bisher noch ganz anders aus: Der Handel, Anbau und Besitz ist nach wie vor strafbar. Ausnahmen gelten hierbei lediglich in der Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Allerdings gilt mittlerweile der Besitz einer geringen Menge als Eigenverbrauch, bei der von einer Strafverfolgung zumeist abgesehen wird.
Inwiefern und ob sich dies in Zukunft auch bei uns zulande verändern wird, bleibt abzuwarten.

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