Gestiegene Kosten für Produkte von medizinischem Cannabis

Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erklärte im August 2018, dass der Bruttoumsatz für THC-haltige Fertigarzneimittel im April 2018 bereits bei ca. 5,36 Millionen Euro liege. Die Kosten für cannabishaltige Medikamente sind demnach stark gestiegen. Unverarbeitete Cannabisblüten liegen mit einer Kostensteigerung des Bruttoumsatzes zwischen Juni 2017 und April 2018 um das Fünffache an der Spitze.

Den GKV überrascht die Kostensteigerung nicht.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erklärte, die hohe Zahl der Anträge auf Kostenübernahme zeige, dass das am 10.03.2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften richtig gewesen sei. Das Verfahren habe sich bewährt. Das Ministerium wolle die Entwicklung weiter beobachten und sich zu den Kostensteigerungen vorerst nicht äußern. Demgegenüber überrascht den Verband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die Kostensteigerung nicht, da klar war, dass es mit Inkrafttreten des Gesetzes zu einer Ausweitung der Nachfrage nach Cannabisarzneimitteln kommen würde. Diese könne noch nicht durch den heimischen Markt gedeckt werden. Somit müsse ein Teil der Medikamente importiert werden, welches natürlich zu einem Kostenanstieg führe. Inzwischen ist die ausgeschriebene Produktionsmenge in Deutschland von 6.6 auf 10.4 Tonnen erhöht worden.

Ansteigende Nachfrage nach medizinischem Cannabis erwartet.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erwartet einen weiteren Anstieg der Nachfrage nach medizinischen Cannabisarzneimitteln. Cannabis sativa erscheine nicht nur für Schmerzpatienten, sondern neuerdings auch gegen Spastik bei Multipler Sklerose nutzbringend zu sein.

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