Cannabis-Legalisierung in Mexiko 2019 wahrscheinlich

Mexiko könnte nur wenige Wochen von der Legalisierung von Marihuana entfernt sein.
Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs vom Oktober 2018 soll Mexiko zum weltweit dritten Land machen, das Cannabis für Erwachsene auf den Markt bringt.

Kanada legalisierte Freizeit-Cannabis 2018

Letztes Jahr veränderte sich die Geschichte des Cannabis stark. Kanada war vor fast einem Jahr das erste Industrieland der Welt, das Freizeitmarihuana legalisierte. Außerdem genehmigte die U.S. amerikanische Food and Drug Administration ihr allererstes Cannabis-basiertes Medikament. Letzteres ist von großer Bedeutung, wenn man bedenkt, dass Marihuana weiterhin eine Substanz in der Liste I (d.h. eine illegale Substanz) auf Bundesebene in den Vereinigten Staaten bleibt. 2019 gab es diverse ähnliche Aktivitäten. So wurden einige der größten Übernahmen in der Geschichte des Cannabis angekündigt. Derivate von Cannabisprodukten wurden in Kanada zudem offiziell ab dem 17. Oktober legalisiert. Nun steht vielleicht die größte Entwicklung von allen noch im Jahr 2019 bevor.

Legalisierung von Freizeit-Cannabis bald in Mexiko?

Aus zuverlässigen Quellen wurde bekannt, dass der mexikanische Senat nur noch wenige Wochen von der offiziellen Legalisierung von Freizeit-Cannabis entfernt zu sein scheint. Damit wäre es erst das dritte Land weltweit, das nach Uruguay und Kanada Cannabis für Erwachsenen legalisiert.
An Halloween 2018 entschied der Oberste Gerichtshof Mexikos, dass ein uneingeschränktes Verbot der Freizeitnutzung und des Besitzes von Marihuana verfassungswidrig sei. Was dieses Urteil so bedeutsam macht, ist, dass es das fünfte Mal in zwei Jahren war, dass das höchste Gericht des Landes ein vergleichbares Urteil gefällt hat. Wenn der Oberste Gerichtshof in Mexiko fünfmal ein ähnliches Urteil fällt, wird es zum Standardfall im ganzen Land. Mit diesem Urteil hat der Oberste Gerichtshof des Landes Mexiko faktisch auf den Weg der Legalisierung gebracht. Der Gesetzgeber muss bis spätestens ein Jahr nach dem Urteil (d.h. Ende Oktober 2019) Gesetze schaffen und verabschieden. Senator Ricardo Monreal von der Morena Partei betonte, dass ein Reformgesetz bis Ende dieses Monats verabschiedet werden sollte.

Cannabis-Legalisierung nicht ohne Hindernisse

Aus folgenden Gründen könnte die Cannabis-Legalisierung für Erwachsene in Mexiko jedoch schwierig werden. Eine der Feinheiten des Urteils des Obersten Gerichtshofs vom Oktober 2018 ist, dass es sich um den Besitz und den Konsum von Freizeit-Cannabis handelt. Es betrifft nicht den Einzelhandelsverkauf der Pflanze. Nicht alle Mitglieder des mexikanischen Senats sind zwangsläufig für die Idee eines breit angelegten Gesetzes. Dieses Gesetz würde den mexikanischen Erwachsenen das Recht einräumt, bestimmte Mengen an Cannabis zu besitzen und zu konsumieren. Es würde außerdem Unternehmen ermöglicht, Cannabis zu produzieren und zu verkaufen.

Gesetzentwurf zur staatlichen Kontrolle abgelehnt

Es gab zudem Einwände gegen die Überlegung, dass privat geführte Cannabis-Unternehmen in den mexikanischen Cannabismarkt eindringen könnten. Letzte Woche reichte Mario Delgado Carrillo, der Koordinator der Bank der Morena-Partei in der Abgeordnetenkammer, dem Unterhaus des mexikanischen Kongresses, einen Gesetzentwurf ein. Laut diesem Enwurf sollte der  Freizeit-Cannabismarkt unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Weder der mexikanische Präsident Andres Manuel Lopez Obrador noch der Senatsvorsitzende Monreal befürworteten jedoch ein staatliches Vorgehen.

Cannabis-Schwarzmarkt in Mexiko

Außerdem gibt es in Mexiko wahrscheinlich einen noch größeren Schwarzmarkt als in Kanada oder den Vereinigten Staaten. Drogenkartelle in Mexiko kontrollieren einen beträchtlichen Teil der illegalen Produktion im Land. Es wird eine weitaus schwierigere Aufgabe sein, diese zu eliminieren, als die illegale Produktion von kleinen Unternehmen in den USA oder Kanada zu stoppen. Schließlich könnte der harte Zeitplan, den der Oberste Gerichtshof Mexikos dem Kongress auferlegt hat, um Regeln und Vorschriften für den Gebrauch von Cannabis durch Erwachsenen zu erarbeiten, die Dinge tatsächlich schwieriger machen.

Cannabis-Aktien würden von einer Leglisierung profitieren

Wenn jedoch alles reibungslos läuft, könnte Mexiko bis 2024 ein jährlicher Markt von 1 Milliarde Dollar werden. Dies besagt der Bericht “State of the Legal Cannabis Markets” von Arcview Market Research und BDS Analytics. Es wäre eine besonders gute Nachricht für eine Handvoll Cannabis-Aktien, die sich in den letzten Jahren nach Mexiko begeben haben. So hat beispielsweise Aurora Cannabis (NYSE:ACB) im Dezember den Erwerb von Farmacias Magistrales beschlossen. Es ist das einzige Unternehmen, das eine Lizenz zur Einfuhr von Rohstoffen mit einem Gehalt von mehr als 1% Tetrahydrocannabinol (THC), dem Cannabinoid, das high macht, erhalten hat.  Farmacias besitzt eine 12.000 Quadratmeter große pharmazeutische Verarbeitungs- und Produktionsstätte in Mexico City. Hier werden THC und Cannabidiol (CBD) verarbeiten sowie Kosmetika und Nutraceuticals hergestellt . Als Aurora den Kauf abschloss, verfügte Farmacias über eine Reichweite von rund 80.000 Einzelhändlern für seine CBD-Produkte und rund 500 Apotheken und Krankenhäusern für seine THC-Produkte.

Vorsprung für Aurora Cannabis und Medical Marijuana Inc.

Aurora Cannabis hat deutlich gemacht hat, dass der Schwerpunkt auf margenstärkeren medizinischen Cannabispatienten liegt. Gleichwohl kann der Kauf von Farmacias dem Unternehmen einen Vorsprung in einem entspannten, legalisierten Umfeld verschaffen. Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen dürften sich auch für Medical Marijuana, Inc. (OTC:MJNA), der allerersten öffentlich gehandelte Cannabis-Aktie, ergeben. Medical Marijuana, Inc. ist das erste Unternehmen, das 2016 CBD-reiche Öle nach Mexiko importiert. Das Unternehmen hatte frühen Erfolg mit seiner RSHO-X Hanföl-Produktlinie für die Behandlung von Patienten. Die Aktie würde höchstwahrscheinlich einen Umsatzanstieg verzeichnen, wenn Mexiko die Beschränkungen für Cannabisprodukte weiter lockern würde. Die nächsten Wochen werden also für die Zukunft der mexikanischen Cannabisindustrie entscheidend sein.