Mäuse-Experiment: Cannabinoide erhöhen Überlebenschance bei Bauchspeichel­drüsenkrebs

Seit einiger Zeit wird Cannabis in der modernen Medizin zur Therapie von Nervenkrankheiten und motorischen sowie psychischen Störungen erfolgreich eingesetzt. Forscher der Londoner Queen Mary University und der Curtin University in Australien veröffentlichten in der Fachzeitschrift Oncogene eine Studie, die auf eine positive Wirkung von Cannabinoiden bei Krebs an der Bauchspeicheldrüse hinweist.

 

Cannabidiol ergänzend zur Chemotherapie verbessert die Überlebensrate von Mäusen

Die angesprochene Studie testete die Wirkung des nicht psychoaktiven Cannabidiol (CBD) auf Mäuse mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. Anschließend wurde das Ergebnis mit der herkömmlichen Behandlung  ( alleinige Behandlung mit dem Chemotherapeutikum Gemcitabine )  verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass die Mäuse, die zusätzlich mit CBD behandelt wurden, im Durchschnitt 52,7 Tage und damit fast doppelt so lange wie die Vergleichsgruppe mit 27,8 Tagen. Die Studie erforschte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPR55), die zum Wachstum diverser Krebsarten beitragen. CBD ist als Antagonist dieser Rezeptoren bekannt.

 

Effektive Kombination von Cannabidiol und Chemotherapie

CBD ist nicht von den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften betroffen und somit für den Einsatz in Kliniken zugelassen. Laut Professor Marco Falasca, einem leitenden Wissenschaftler von der Queen Mary Universität, können klinische Studien am Menschen schon bald durchgeführt werden. Das Cannabinoid CBD ist dafür bekannt, die Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, abzuschwächen. Aus diesem Grund eignet sich die Behandlung mit CBD auch im Rahmen einer Chemotherapie, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.