Cannabis – Gift für das Gehirn?

Dass Cannabis für Minderjährige schädlich sein kann, ist bekannt. Vor allem, wenn es aus einer unseriösen Quelle stammt, kann Cannabis zudem verunreinigt sein oder noch schlimmer mit fremden Substanzen gepanscht. Aber ist Cannabis auch grundsätzlich schädlich für das menschliche Gehirn?

 

Was bewirkt Cannabis?

 

Cannabis bezeichnet auf rein biologischer Ebene die gemeine Hanfpflanze. Allerdings wird der Name umgangssprachlich auch als Überbegriff für Haschisch und Marihuana bezeichnet – in Europa weitverbreitete Drogen. Da Cannabis den Wirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) enthält, erzeugen Haschisch sowie Marihuana einen leichten bis mittleren Rausch. Das THC hat außerdem eine moderate psychoaktive Wirkung.

Neben der missbräuchlichen Verwendung als Droge wird Cannabis allerdings auch in der Medizin eingesetzt. Viele verschiedene Erkrankungen und körperliche sowie psychische Leiden werden erfolgreich behandelt. Unter anderem hilft THC den Patienten mit Multiple Sklerose und Epilepsie. Vor allem bei chronischen Schmerzen mit den verschiedensten Ursachen ist Cannabis ein wahrer Segen für die Betroffenen. Außerdem gilt das Mittel als nebenwirkungsarm und sehr gut verträglich.

 

Vermutlich negative Auswirkung auf menschliches Gehirn

 

Forscher aus aller Welt erforschen derzeit die Wirkung von Cannabis auf die Gehirne von Versuchstieren. Zu diesem Zweck wurden dem THC sehr ähnliche Substanzen verwendet. Mäuse, welchen der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum konsumierten, zeigten Veränderungen in ihrem Verhalten. Vor allem die allgemeine Lernfähigkeit sowie das Erinnerungsvermögen veränderten sich zum Negativen. Die Tiere waren nach einiger Zeit nicht mehr in der Lage, ihnen vertraute Gegenstände zu erkennen. Beim Scan der kleinen Gehirne war ebenfalls eine deutliche Veränderung sichtbar.

THC scheint also Areale im Gehirn zu beeinflussen, welche für das erfolgreiche Lernen und für die Erinnerung zuständig sind. Nach einer gewissen Zeit waren unterschiedliche Bereiche in den Gehirnen der Mäuse außerdem nicht mehr fähig, miteinander zu kommunizieren. Dass Cannabis einen negativen Einfluss auf das Gedächtnis der Mäuse hat, bedeutet nicht zwangsläufig, dass es auch das menschliche Gehirn schädigt. Trotzdem sollten die Nebenwirkungen keinesfalls unterschätzt werden. Für Schmerzpatienten ist Cannabis auf jeden Fall ein adäquates Mittel, um Schmerzen mittelfristig zu unterdrücken.

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