Cannabis-Extrakte – Welche Formen gibt es?

Cannabis-Extrakte werden nach ihrem großen Erfolg in Kanada und den USA auch in Europa immer beliebter. Bei den Extrakten handelt es sich um konzentrierte Formen bestimmter Wirkstoffe von Marihuana, die extrahiert, also aus der Pflanze und somit vom restlichen Material gelöst werden. Nicht nur beim herkömmlichen Konsumenten, sondern vor allem in der Medizin und in der Lebensmittelindustrie spielen die Extrakte eine große Rolle. Dieser Artikel unterscheidet die verschiedenen Formen der beliebten Cannabis-Extrakte und gibt Tipps für ihre Anwendung.

Die wichtigsten Wirkstoffe in den Extrakten

Bekanntermaßen sind die Substanzen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) die Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze und damit auch deren Konzentrate. Während THC  eine psychoaktive Substanz ist, die das Bewusstsein der Konsumenten verändert, ist CBD in erster Linie aus medizinischer Sicht wertvoll. Nach erfolgreicher Extraktion können besonders reine Produkte einen THC- bzw. CBC-Gehalt von bis zu 98,5 Prozent aufweisen. Geschmack und Geruch der verschiedenen Cannabissorten werden vom Gehalt der sogenannten Terpene bestimmt. Je nachdem, welches Extrahierungsverfahren angewandt wird, geht ein großer Teil der Terpene im Endprodukt, dem Konzentrat, verloren.

Extraktion mit oder ohne Lösungsmittel

Cannabinoide wie THC oder CBD können auf zwei Varianten aus der Cannabispflanze extrahiert werden, und zwar unter Verwendung eines Lösungsmittels oder lösungsmittelfrei. Gängige Lösungsmittel sind Kohlenstoffdioxid, Butanhashöl, Ethanol, Isopropylalkohol, Propan, Hexan sowie Dimethylether. Nicht alle diese Lösungsmittel werden als unbedenklich eingestuft. So birgt beispielsweise Isopropylalkohol, gemeinhin Reinigungsalkohol genannt, diverse gesundheitliche Risiken. Viele Experten sind der Meinung, dass die chemische Lösung eines Stoffes Rückstände hinterlässt, die sich negativ auf Reinheit und Sicherheit des Produktes auswirken. Abgesehen von der Extraktion mithilfe eines Lösungsmittels sind Methoden wie die Zuführung von Hitze, ein hoher Druck von mindestens 73,75 bar oder Wasser typische Varianten zur Freilegung des gewünschten Stoffes. Lösungsmittelfreie Varianten stehen in der Kritik, weil die hohen Temperaturen der Hitzemethode u.a. den Cannabinoidspiegel und die Menge der Terpene senken könnten. Die Frage, welche Extraktionsmethoden die beste ist, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten und wird unter Fachkundigen heiß diskutiert.

Das ideale Konzentrat finden

Cannabis-Extrakte sind grundsätzlich Öle, deren genaue Zusammensetzung und Konsistenz von der Extraktionsmethode abhängt. Demnach gibt es Substanzen mit dickflüssiger, wachsartiger Konsistenz sowie flüssig-wässrige Varianten. Hochwertige und reine Produkte mit sauberem Geschmack sind in aller Regel transparenter. Sie weisen im Gegensatz zu vergleichbaren Substanzen eine hellere Farbe auf. Tinkturen sind die flüssigsten Konzentrate und werden oral eingenommen, typischerweise mithilfe eines Medikamententropfers. Im Idealfall werden sie unter die Zunge geträufelt, wodurch sie direkt in den Blutkreislauf gelangen. Öle von mittlerer Konsistenz, wie das Rick Simpson Öl, eignen sich zum Verdampfen, auch vapen genannt. Die dickeren und festeren Formen weisen einen hohen Gehalt an Terpenen auf und werden ebenfalls verdampft oder direkt auf die Haut getupft, um bestimmte Krankheiten zu behandeln.
Welches Konzentrat sich am besten eignet, lässt sich nur individuell beantworten. Eine große Rolle spielen persönlichen Vorlieben sowie  Verwendungsmethode, wie z.B. als Essware, zum Auftragen auf der Haut (Topicals) oder in einem Vaporizer. Auch die jeweilige manuelle Geschicklichkeit, das Sortiment der Apotheken und die Geräte, die benutzt werden, sollten bei der Wahl eines Extraktes bedacht werden.

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